Die Computerentwicklung der Zukunft

Seit Konrad Zuse wurden bereits einige technische Quantensprünge in Bezug auf die technische Entwicklung von Computern vollzogen. Waren die Computer der Anfänge noch Rechenmaschinen gigantischen Ausmaßes, so schrumpften die Dimensionen derselben innerhalb eines halben Jahrhunderts dramatisch und weisen heute eine kaum mehr zu erfassende Miniaturisierung auf. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit noch nicht in Sicht und so dürften auch in den nächsten Jahrzehnten immer kleinere, immer schnellere und immer leistungsfähigere Computer das Licht der Welt erblicken.

Prinzipiell arbeiten alle Computer nach dem gleichen Prinzip einer binären Darstellung in Form einer 0 und 1; dies wird auch in Zukunft der Fall sein. Grundlegend neue Konzepte sind also allenfalls im Bereich der Hardware vorstellbar, wobei natürlich auch die Software gewissen Veränderungen zu unterziehen sein wird, da Art und Umfang der Programme nach neuen Programmierstrukturen verlangen. Dabei wird es mit Sicherheit zu einer sehr komplexen neuen Programmierhochsprache kommen, welche nicht mehr in Form einzelner Programmzeilen vorliegt, sondern sich in einer neuronalen Kontext-Matrix selbsttätig verknüpft und innerhalb dieses Gefüges dann auch erstmals ein künstliches Bewusstsein möglich sein wird.

Die natürlichen Grenzen in Bezug auf die Verkleinerung der Hardwarekomponenten liegen zunächst einmal im Bereich oberhalb bestimmter Molekülgrößen. Zwar existieren bereits heute Forschungen auf atomarem Sektor, doch handelt es sich allenfalls um Studien, da mit zunehmender Winzigkeit der Effekt der Unschärfe um sich greift. Die Unschärfe ist eine Art Rauschen und hat ihre Ursache in der konstanten Lageveränderung von Atomen und Molekülen oberhalb des absoluten Nullpunktes. Lediglich in einem konstanten Nullpunktmedium könnten Datenstrukturen in Form von Atom- und Molekülanordnungen über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Zu diesem Zweck wäre aber eine erhebliche Kühlenergie notwendig, was das Energiesparziel der Zukunft ad absurdum führen würde und demnach keinen gangbaren Weg darstellt.

Das grundlegende Problem der zukünftigen Computertechnik wird jedoch nicht sein, genügend Speicherkapazität auf möglichst kleinem Raum zu schaffen, sondern vielmehr einen Weg zu finden, diese ungeheuren Datenmengen zu verwalten und in der Berechnung zu halten. Festplatten, so wie diese heute existieren, sind dazu nicht mehr in der Lage. Dies trifft für reguläre HDDs als auch auf SSDs zu. Bedingt durch die neuronalen Programmstrukturen wird es nunmehr einen Gesamtspeicherkomplex geben, innerhalb dessen sämtliche Daten in einer Art Arbeitsspeicher ohne Verzögerung abrufbar sind.

Dieser Komplex kann dann auch jederzeit stromlos fallen, ohne dass die Informationen verloren gehen. Wie genau dies technisch umzusetzen wäre, bleibt jedoch bis auf weiteres unbeantwortet. Dies gilt ebenso für dann vollkommen neuartige Prozessoren, welche mit den neuronalen Speichereinheiten kommunizieren müssen.

Insgesamt betrachtet, befindet sich die Computerentwicklung in naher Zukunft in einem wichtigen Stadium der Veränderung, welches vollkommen neue Dimensionen und Möglichkeiten Bereit halten wird. Möglichkeiten, von denen heute kaum jemand zu träumen wagt.