Dropbox – Datenhosting in der Cloud

Dropbox ist der Gewinner meiner Umstellung in der Datenverwaltung. An dieser Stelle Informationen zu den Vor- und Nachteilen, den Verlierern und speziellen Einstellungen, die zumindest aus meiner Sicht elementar sind.

Byebye Strato HiDrive

Im Juli war meine Entscheidung auf Strato gefallen, siehe Sharepoint bei Strato HiDrive & MailExchange. 3,90 Euro war ein geiles Angebot, 1&1 mit 30 Euro für 1 GB indiskutabel. Leider funktionierte die Kiste vorn und hinten nicht recht: Langes Warten auf die Bereitsstellung und die Zugangsdaten, Probleme beim Hochladen der Dateien (Mario Fischer klagte bei Twitter ebenfalls, u.a. über verlorene Dateien), ewig langsamer Upload-Prozess usw. Immerhin, bei der Kündigung gab es keinerlei Probleme, hier wickelte Strato alles schnell und sauber ab.

Dropbox – der Gewinner

Dropbox dagegen lief von Anfang an super. Client runtergeladen, mit ca. drei Klicks war alles in Butter. Zum Testen nutzte ich den Free Account, der bei 2 GB losgeht und sich durch Empfehlungen auf über 10 GB erweitern lässt (Wichtig: Dropbox behält sich bei kostenlosen Accounts das Löschen der Dateien vom Server nach 90 Tagen vor!). Hier ließen sich Ordner problemlos mit anderen Leuten teilen, so dass sich bei einigen Projekten der Workflow via Internet sofort deutlich verbesserte. Natürlich kann man auch Dateien für jeden öffentlich erreichbar sharen, super bei Screenshots, Fotoalben etc – hier tendiere ich aber zu anderen Lösungen.

Nachdem ich von der Funktionalität überzeugt war, kam dann das Upgrade auf den 50 GB Tarif für 9,90 Dollar im Monat. Dabei wurde mein bis dahin angehäufter Free Space zu den 50 GB dazu gerechnet und verfiel nicht etwa – coole Sache.

Der wichtigste Grund neben mobilem Arbeiten über alle Devices hinweg (gibt auch Dropbox-Clients für diverse Smartphones und DrecksPads *g*)  ist vor allem auch die Datensicherung: Ich habe hier zwar NAS und externe Festplatten laufen – doch gegen den worst case (Brand, Diebstahl etc.) helfen diese nicht. Somit ist Dropbox ein hervorragender Baustein in Sachen Online-Datensicherung.

Technischer Hintergrund

S3 von Amazon ist das zentrale Speichersystem hinter dem Dienst, als Verschlüsselung kommt serverseitig AES256 zum Einsatz.  Zusätzlich können auch mit TrueCrypt verschlüsselte Dateien synchronisiert werden. Man kann Dropbox auf mehreren Rechnern einsetzen, so dass auf jedem Rechner der aktuellste Stand vorhanden ist – und da die Daten lokal vorgehalten werden, kann man auch ohne Internetverbindung arbeiten. Ich habe zuerst die knapp 50 GB von meinem Arbeitsrechner im Laufe von ca. zwei Wochen sukzessive in die Dropbox geschoben (zu dünner Upstream…) und danach Dropbox auf dem Laptop eingerichtet. Letzteres ging ratzfatz, da Dropbox die Daten direkt via LAN synchronisiert, wenn die entsprechenden Rechner drin hängen.

Während der Uploads sowie während des Sychronisierungsprozesses nach dem Start des Rechners lahmt zuweilen der Dateizugriff bei mir. Nun gut,  ein Athlon Dual-Core 5000+ mit 3 GB RAM und Windows XP ist nicht mehr ganz taufrisch, neue Hardware ist erst wieder für 2011 geplant. Und das IBM Thinkpad R 52 sollte erst recht bald in Rente gehen… Wenn Dropbox aber meldet „all files up to date“ läuft es weitgehend flüssig.

Argumente gegen Dropbox

Das grundsätzliche Argument gegen externes Datenhosting ist die Sicherheit: Kann ich einem externen Dienstleister meine Daten anvertrauen? Nun, das zugrundlegende Geschäftsmodell kann sich keine Skandale leisten. Und um meine Vision des vollständig mobilen Arbeitens umzusetzen, gibt es keine andere Möglichkeit. Risiken sind natürlich der fehlende private Schlüssel bei Dropbox und vor allem die automatische Anmeldung des Clients – grade beim Diebstahl eines Laptop immer ein Risiko. Letzteres habe ich schon vor Jahren dank TrueCrypt minimiert. Und ob Dropbox oder nicht: Die Daten liegen sowieso direkt auf dem Laptop.

My Dropbox

Derzeit schreibt Dropbox noch vor, dass alle Dropbox-Daten innerhalb eines Ordners liegen müssen. Für mich kein Problem, da alle meine Arbeitsdateien sich innerhalb von F:\work befinden. Dumm war nur, dass der Ordner dann F:\My Dropbox heissen musste. Abgesehen davon, dass Leerzeichen in Dateinamen für mich so schlimm sind wie kreischende Kreide auf der Schultafel, sind viele Programme auf die alte Ordnerstruktur geeicht. Bei mir kommt Dropbox 0.7.110 zum Einsatz, eine 0.6er Version erlaubte noch die freie Konfiguration des Ordnernamens. Ein Rückschritt… Doch nach mehreren Tests fand ich einen funktionierenden Hack: Einfach das schöne Python-Programm unter http://dl.dropbox.com/u/552/pyDropboxPath/0.8.3/index.html herunterladen (Windows-User brauchen in der Regel nur die .exe) und den Anweisungen folgen. Funktionierte bei mir wunderbar und nun heißt der Dropbox-Ordner wie gewünscht.

Fazit

Derzeit ist Dropbox mein Favorit in Sachen Datenhosting in der Cloud.  Die Weiterentwicklung läuft gut (aktuell ist 1.0 RC), dazu gibt es viele Tools drumherum. Es entstehen auch neue Dienste, die bereits mit einigen Features werben, die Dropbox noch nicht bietet (freie Wahl von Ordner außerhalb einer fixen Struktur), doch muss sich erst zeigen, wie vertrauenswürdig diese sind. Ich empfehle jedem, der Dropbox noch nicht verwendet, sich gleich mal einen Free Account zum Testen zu holen. Ansonsten: 50 GB für 9,90 Dollar, 100 GB für 19,90 Dollar sowie Zusatzangebote wie Versionierung.

Kommentare (11) Schreibe einen Kommentar

  1. hallo frank, netter artikel. stand auch schon vor dem problem eine lösung für uns zu finden. hidrive hätte ich gerne getestet, jedoch nimmt strato keine kunden aus österreich an…
    wir sind somit auch erst mal bei dropbox geblieben.
    einzig nervt mich, dass beim gemeinsamen arbeiten an dateien diese nicht gelockt werden, wenn sie einer offen hat. da erzeugt dropbox einige conflicts. hast du erfahrung damit gemacht?
    oliver

  2. Wir arbeiten auch oft gemeinsam an identischen Dateien. Wer die Datei am Wickel hat, blockt sie. Andere können Sie öffnen, aber nicht unter demselben Namen speichern. Stattdessen gibt es eine „conflicted copy“. An sich eine gute Lösung. Dass alle Änderungen zusammengeführt würden in eine Datei wär natürlich der Knaller, aber das erwarte ich nicht.

  3. Indem du sie als erster öffnest und geöffnet lässt. Solange ist für andere das Speichern gesperrt. Erst nachdem du sie geschlossen hast und Dropbox sie überall synchronisiert hat, kann ein anderer sie sauber öffnen und ändern. Da ist leider Absprache erfordert – erledigen wir über Skype.

  4. ja, so machen wir es derzeit auch, ist aber ziehmlich inpraktikabel.
    schau mal hier: https://www.dropbox.com/votebox/16/stating-if-a-file-is-open-and-locked-in-another-computer
    hier kann abgestimmt werden, welche features als nächstes implementiert werden. also kräftig voten.
    als alternative kommt bald Notifybox auf den markt:
    http://www.notifybox.com/
    das ist genau das, was dropbox bald zu einem richtig coolen tool machen würde.
    leider erst beta und nur für windows.

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