Warnung vor Deutschem Internet Register

Bei mir trafen in den letzten Tagen Sendungen per Post oder Fax ein. Absender ist „DAD Deutscher Adressdienst – Deutsches Internet Register für gewerbliche Teilnehmer“. Angeboten wird eine Datenaktualisierung 2008 für jenes Internetregister, laut Brief : „Die Eintragung und Aktualisierung Ihrer Basisdaten ist kostenlos“. Der eigentliche Auftrag enthält jedoch einen Passus, durch den Kosten von 958 Euro zzgl. MWST. pro Jahr entstehen können!

Hiermit warne ich alle Leser davor, diesen Auftrag zu unterschreiben und zurückzusenden. Da das Formblatt des Internetregisters durchaus korrekte Daten enthält, wirkt dieses Schreiben auf den ersten Blick seriös und offenbart erst bei genauerer Betrachtung die Kostenfalle. Eine identische Welle von Schreiben geisterte bereits in den letzten Jahren durch die Briefkästen der Betreiber von Webseiten.

In diesem Kontext noch eine Empfehlung: Ignorieren Sie alle Angebote, die in irgendeiner Weise einen kostenpflichtigen Eintrag in irgendwelche Webverzeichnisse bieten! Es gibt tausende von Internetverzeichnissen oder Anbieterverzeichnissen verschiedenster Branchen. Auch bekannte Marken wie Gelbe Seiten, MeineStadt.de oder Telefonbuch.de sind jenseits der kostenlosen Basiseinträge nahezu wertlos und stehen in keinem Verhältnis zum Preis. Vor Jahren mögen die letztgenannten Dienste noch ein guter Weg gewesen sein, an potentielle Interessenten zu kommen. Doch heutzutage gibt es – neben der guten, alten persönlichen Empfehlung – in Deutschland nur noch einen Königsweg, um Neu-Kunden zu erreichen, und dieser Weg heißt Google.

Mitte Februar war ich Gast beim Aufschwung-Kongress 2008 der IHK eingeladen und konnte mich mit dem Vertreter einer großen Agentur unterhalten. Hier ein Auszug aus meinem Bericht:

„Wichtig fand ich seine Zahlen über die Kosten von Kundengewinnungsmaßnahmen. Analysen bei einem Unternehmenskunden hätten gezeigt, dass dieser durchschnittlich 150 Euro investieren musste, um zumindest einen Kunden zu aquirieren. Am teuersten waren Messen, die mit 550 Euro pro Kunde ins Gewicht fielen. Am unteren Ende: Das Web mit gerade einmal 8 Euro Investition pro gewonnenen Kunden.“

Dies bedeutet: Es gibt heutzutage keinen effektiveren Weg der Kundenaquise als eine eigene suchmaschinen-optimierte Website, die bei Google gut positioniert ist, und damit einhergehende, gut strukturierte AdWords-Kampagnen. Damit verglichen sind Flyer, Zeitungsanzeigen oder eben Einträge in irgendwelche Internetverzeichnisse, die sonst kaum ein Mensch kennt, rausgeworfenes Geld. Wenn Sie jemanden etwas in die Hand drücken wollen, lassen Sie sich eine schöne Visitenkarte machen, auf der sich unter anderem die Adresse Ihrer Website befindet. Das reicht in der Regel.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

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  2. Dieses Formular kenne ich. Ein solches habe ich bereits vor über 4 Jahren (!) (4.12.2004) bekommen, siehe Dokumentation (Fall 1 mit PDF dieses Formulars) unter
    http://www.www-kurs.de/gefahren.htm#Zweifelhafte_Adresshaendler

    Damals hat der Eintrag aber „nur“ 758 Euro statt 958 Euro gekostet.
    Eine Dreistigkeit, dass dieser Verlag wieder mit der gleichen Masche auf Kundenfang geht.

    Es bleibt zu hoffen, dass es auch hier möglichst schnell zu einem Urteil im Sinne der Betroffenen kommt, wie bei diesem Verlag (bei mir Fall 3):

    Das LG Köln hat mit Urteil vom 26.09.2007 (Az.: 9 S 139/07) entschieden, dass bei einem irreführenden Eintragungsangebot der betreffenden Vertragspartei ein Anfechtungsrecht wegen arglistiger Täuschung zusteht. Konkret ging es um das „Deutsche Gewerbeverzeichnis für Industrie, Handel und Gewerbe“ der DPM Presse- und Medienverlag GmbH

  3. Naja, ich sage mal, wer soetwas mitmacht, bzw. sich vorher nicht richtig informiert, hat diese Kosten auch verdient. In der heutigen Zeit muss man einfach alles, was einem vermeintlich kostenlos angeboten wird oder erscheint, hinterfragen. Niemand verschenkt etwas, ohne einen Hintergedanken zu haben. Und wenn man dann unbeholfen auf diese Masche anspringt, hat man die Kosten mehr als verdient. Das mag zwar hart klingen, aber irgendwann lernt man es dadurch!

    Natürlich sind solche Maschen nicht schön, aber es gibt halt immerwieder schwarze Schafe!

    Rattan der Weise

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