Sofortbildfilm – Sofortbildkamera und Polaroid

polaroid

Die Sofortbildkamera und Polaroid

Die Polaroid ist sicherlich ein Klassiker unter den Sofortbildkameras und gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Fotoapparaten weltweit. Im Gegensatz zu anderen Kameras, wird bei der Sofortbildkamera von Polaroid das fotografierte Motiv gleich auf ein spezielles Fotopapier gebracht. Dadurch ist das gerade erst geschossene Bild gleich verfügbar und muss nicht mehr in einem Fotolabor entwickelt werden. Eine Sofortbildkamera besitzt nämlich dieses Labor quasi schon in der Kamera. Dafür gibt es aber bei der Polaroid kaum brauchbare Negative, so dass die Fotos nicht mehr vervielfältigt werden können. Dafür schauten aber Generationen von Polaroid Besitzern dabei zu, wie sich das Fotobild von einem schemenhaften Fleck hin zum eigentlich fotografierten Motiv entwickelte. Die Firma Polaroid war 1947 auch das erste Unternehmen, welches eine Sofortbildkamera auf den Markt gebracht hat. Logischerweise hatte sich der Unternehmensgründer Edwin Herbert Land auch die für die Sofortbildkamera so wichtigen technischen und chemischen Vorgänge gleich patentieren lassen.

Existenz funktionsfähiger Polaroids

Zwar wurde die Produktion von analogen Sofortbildkameras bzw. Polaroid Fotopapier 2008 endgültig eingestellt, weltweit gibt es noch heute über eine Milliarde funktionsfähiger Polaroids. Dadurch ergeben sich vor allem für kleinere Unternehmen Möglichkeiten, diese Nische mit neuen Sofortbildkameras und diversem Zubehör zu füllen.

Analoge Sofortbildkameras

Analoge Sofortbildkameras haben ein relativ einfaches Funktionsprinzip.

Generell unterscheidet man zwischen dem sogenannten Trennfilmbild- und dem Integralfilmbild-Verfahren. Während man bei der Trennfilmbild Methode das Negativ vom Positiv außerhalb der Kamera trennen muss, wirft eine Integralfilmbild Kamera gleich das Positivbild aus. Mit dem Aufkommen der Integralkamera wurden vor allem in den 70er und 80er Jahren die meisten Polaroid Kameras verkauft. Dabei wurde auch eine Spiegelreflexkamera integriert. Neben der eigentlichen Sofortbildkamera spielt das spezielle Fotopapier eine extrem wichtige Rolle. Ohne dieses würde das Polaroid Verfahren nämlich nicht funktionieren. Das Fotopapier ist mit einer speziellen Paste überzogen.

Digitale Sofortbildkamera mit Drucker

Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie brach auch der Absatz von Sofortbildkameras stark ein. Schließlich war es nun möglich, die geschossenen Fotos gleich auf dem heimischen PC zu laden und sogar nachträglich zu bearbeiten. Trotz des Endes der klassischen Sofortbildkamera, entwickelt Polaroid neue Wege und Möglichkeiten das Funktionsprinzip dieser Kamera aufrechtzuerhalten. Dabei agiert das Unternehmen nur noch auf digitalem Wege. Mit der Polaroid Po Go Instanz wurde erstmals eine Sofortbildkamera präsentiert, die eine Digitalkamera und Drucker in einem Gerät integriert.

Geschichte der Polaroid Sofortbildkamera

Die Geschichte der Polaroid Sofortbildkamera beginnt in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert. 1937 gründete der Physiker Edwin Herbert Land die Firma Polaroid. Vier Jahre zuvor hatte sich dieser die sogenannten Polarisationsfolien patentieren lassen. Daher stammt auch der Name des Unternehmens. Lang gilt noch heute als einer der Pioniere in der Film- und Kameraentwicklung. 1948 Jahre brachte das Unternehmen die erste echte Sofortbildkamera auf den Markt. Diese funktionierte nach dem Trennbildfilm Prinzip. Bis 1963 gab es allerdings nur Schwarz-Weiß Filme.

Aufkommen des Integralfilms

Anfang der 70er Jahre gab es dann eine extrem wichtige Neuerung im Bereich der Sofortbildkameras. 1972 wurde nämlich eine Kamera vorgestellt, die einen sogenannten Integralfilm besaß. In den 70er und 80er Jahren wurden die Kameras immer leichter, handlicher und dadurch auch für den Endverbraucher immer interessanter.

Einstellung der Produktion und Nische für analoge Sofortbildkameras

Mit dem Aufkommen und der Verbreitung von Digitalkameras hatte es die Polaroid seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend schwerer, sich am Markt durchzusetzen. Das führte 2008 dazu, dass die Produktion von Sofortbildkameras eingestellt wurde. Das letzte Werk wurde im holländischen Enschede geschlossen. Polaroid konzentriert sich seitdem auf die Entwicklung von digitalen Sofortbildkameras inklusive Drucker und konnte schon erste Erfolge verbuchen. Mittlerweile gibt es eine Art Nische für analoge Sofortbildkameras, so dass es mit Sicherheit auch weiterhin passende Produkte für das Fotografieren mit der Sofortbildkamera geben wird. Diese werden allerdings nicht mehr von der Firma Polaroid produziert. Darüber hinaus gab es 2008 erhebliche Unregelmäßigkeiten im Unternehmen Polaroid selbst. Aus diesem Grund wurde im gleichen Jahr noch ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Entwicklung neuer Produkte und Ideen soll aber weitergehen und der Firmenname erhalten bleiben.

Technische Eigenschaften der Polaroid Kamera: Trennbildfilm, Integralfilm und Zero Ink

Die Polaroid Kamera besitzt einige technische Eigenschaften, durch die sich diese Kamera von anderen stark unterscheidet. Wichtigstes Merkmal ist hierbei sicherlich, dass der Nutzer nach dem Fotografieren eines Motivs innerhalb von wenigen Sekunden ein Positivbild in den Händen hält. Daher resultiert auch der Name Sofortbildkamera. Ein extrem wichtiger Bestandteil der Kamera ist sicherlich das spezielle Fotopapier. Dieses ist mit einer speziellen Paste beschichtet. Die Paste besitzt spezielle Chemikalien, die nach der Belichtung durch eine mechanische Bewegung aktiviert werden. Während diese Bewegung bei früheren Kameras durch das Herausziehen des Bildes durchgeführt wurde der Ablauf bei späteren Modellen innerhalb der Kamera automatisiert.

Das Trennbildfilm-Prinzip

Im Laufe der Zeit gab es mit dem Trennbildfilm und dem Integralfilm zwei verschiedene Verfahren, wie das Bild produziert wurde. Dabei hatte sich letztendlich der Integralfilm durchgesetzt. Das Trennbildfilm-Prinzip wurde vor allem in der Anfangszeit der Polaroid genutzt. Das bedeutete, dass nachdem man mit der Kamera ein Motiv fotografiert hatte, seitlich ein Rollfilm ausgegeben wurde, der aus einem Negativ und einem Positiv bestand. Der Fotograf musste nun nach einiger Entwicklungszeit, beide Elemente von einander trennen, wobei das Negativ vom Positiv abgezogen wurde. Damit das Positiv auch erhalten blieb, musste dieses binnen 20 Sekunden mit einem Klarlack (mit Hilfe eines Schwammes) überzogen werden. Darüber hinaus waren Trennbildfilme sehr wärmempfindlich. Lange Zeit gab es nur Schwarz-Weiß Filme. Dies änderte sich 1963 schlagartig. In diesem Jahr stellte Polaroid nämlich einen Farbfilm für die Kamera vor. Darüber erweiterten technische Verbesserungen das Funktionsspektrum der Kamera.

Integralfilm und Polaroids als Spiegelreflexkamera

In den 70er Jahren erhielt die Polaroid mit dem Integralfilm neue Impulse und wurde vor allem von den Kunden als Erleichterung empfunden. Der Integralfilm besitzt 10 Farbbilder mit einer Größe von 7,8 cm x7,9 cm. Dadurch wurde das Bild schon in der Kamera belichtet, so dass man nach wenigen Sekunden ein echtes Positivbild erhielt. Es musste also kein Negativbild mehr abgezogen werden. Die Kamera SX 70 gehörte über viele Jahre hinweg zu den beliebtesten Sofortbildkameras weltweit. In den Folgejahren gab es weitere Kameras, die zunehmend kleiner, leichter und auch handlicher wurden. Auch waren die Polaroids als Spiegelreflexkamera ausgelegt.

Neue Sofortbildkameras mit Zero Ink Drucktechnik

Die neuen Sofortbildkameras basieren allesamt auf digitaler Technik und besitzen einen integrieren einen Drucker mit einer speziellen Drucktechnik, die sich „Zero Ink“ nennt.

Aktuelle Entwicklungen von Sofortbildkameras: Zero Ink und mobiler Drucker Polaroid PoGo

Obwohl das Unternehmen Polaroid 2008 die Produktion von analogen Sofortbildkameras endgültig eingestellt hat, ist dies noch lange nicht das Ende der Sofortbildkamera. Vielmehr setzen die Entwickler auf eine neue Art dieses Kameraformates, welches aktuell und zukünftig zu 100 Prozent auf Digitaltechnik basieren wird.

Polaroid PoGo Instant: Digitalkamera und Drucker in einem Gerät

Mit der Kamera Polaroid PoGo Instant haben die Entwickler eine Digitalkamera und einen Drucker in einem Gerät integriert. Dieses unterscheidet sich äußerlich kaum von einer normalen Digitalkamera. Die neue Kamera wird seit März 2009 in den USA verkauft, kostet umgerechnet 150 Euro und damit nicht mehr als eine handelsübliche Digitalkamera. Das spezielle Fotopapier wird überwiegend in zehner Einheiten verkauft und kostet weniger als vier Euro. Der integrierte Drucker arbeitet dabei nicht mit Tinte, sondern mit speziellen Farbkristallen, die sich auf dem Fotopapier befinden. Sobald ein Bild an die Druckausgabe gesendet wird, werden diese Kristalle durch Wärme aktiv, reagieren miteinander und bilden das vorher fotografierte Motiv ab. Dieses Verfahren nennt sich „Zero Ink“. Binnen kurzer Zeit (ca. 60 Sekunden) wird das Foto ausgedruckt.

Mobile Drucker

Polaroid hat mit der Entwicklung kleiner und transportabler Fotodrucker ein weiteres Marktsegment für sich entdeckt. Die neuen mobilen Drucker (Polaroid PoGo) sind nicht viel größer als eine Digitalkamera und passen daher in jede Tasche. Das Besondere an den Druckern ist abermals, dass diese ein spezielles Fotopapier besitzen.

Analoge Sofortbildkameras als Kultobjekt

Da es noch über eine Milliarde analoger Sofortbildkameras weltweit gibt, garantierte Polaroid die Verfügbarkeit des Fotopapiers noch bis Anfang 2009. Mittlerweile gibt es Unternehmen, welche die aufkommende Lücke mit neuen kompatiblen Produkten spätestens 2010 schließen wollen. Das Gleiche gilt für den eigentlichen Fotoapparat.

Trends bei Sofortbildkameras: Digitalkamera mit integriertem Drucker und Monochrom-Sofortbildfilm

Das Ende der analogen Sofortbildkamera Ära erforderte neue Impulse im Unternehmen Polaroid. Schließlich war die Polaroid über viele Jahrzehnte hinweg das Aushängeschild des, in der USA ansässigen, Unternehmens.

Sofortbildkameras als Kombination von Digitalkamera und integriertem Drucker

Für die neue Generation Sofortbildkameras steht die Kombination zwischen der Digitalkamera und einem integrierten Drucker im Vordergrund. Des Weiteren sollen die uneingeschränkte Mobilität und Kompatibilität für die neuen Geräte zu einem Hauptmerkmal der neuen digitalen Polaroids werden. Darauf hat sich das Unternehmen Polaroid trotz Insolvenzverfahren und diversen innerbetrieblichen Schwierigkeiten verständigt. Daher wird es auch zukünftig Sofortbildkameras vom Vorreiter Polaroid geben. Diese werden aber ausschließlich digital und nicht mehr analog vorzufinden sein. Der Trend wird, wie bei vielen anderen technischen Geräten und Produkten auch, dahin gehen die Digitalkameras noch handlicher und mobiler zu machen. Darüber hinaus wird es für die Hersteller eine Herausforderung sein, noch mehr Speicherplatz bzw. Auflösung in die Kameras einzubauen.

Neuer Monochrom-Sofortbildfilm

Auf der anderen Seite hat sich mittlerweile aber eine echte Fan-Gemeinde herausgebildet, die das Erbe der klassischen Polaroid weiterführen wollen. Schließlich gibt es weltweit noch über eine Milliarde funktionstüchtiger Sofortbildkameras. Für neue Gruppe steht vor allem die Begeisterung für die analoge Fotografie im Vordergrund. Hierfür soll es 2010 auch einen neuen Monochrom-Sofortbildfilm geben, der zunächst in kleinerer Auflage produziert wird und in jede herkömmlich Integralfilm Polaroid passt. Federführend ist hierbei das Unternehmen Impossible B.V, welches sich auf dem ehemaligen Gelände des Polaroid Werkes Enschede niedergelassen hat.
Daher werden wohl langfristig analoge und digitale Polaroid Kameras am Markt bestehen bleiben. Allerdings werden die alten Polaroids nicht mehr von der gleichnamigen Firma produziert.

Foto: Clix, Brasilien

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